Soziale Gruppenarbeit gemäß § 29 SGB VIII

Leistungsbereich

Sozialgesetzbuch (SGB) – Achtes Buch (VIII) – Kinder- und Jugendhilfe – § 29 Soziale Gruppenarbeit

Die Teilnahme an sozialer Gruppenarbeit soll älteren Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen helfen. Soziale Gruppenarbeit soll auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzepts die Entwicklung älterer Kinder und Jugendlicher durch soziales Lernen in der Gruppe fördern.

Grundlagen und Zielsetzung

Die soziale Gruppenarbeit soll älteren Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsrückständen und Verhaltensproblemen, insbesondere bei Defiziten im Sozialverhalten, helfen. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren. Es handelt sich um eine ambulante Hilfe und ein Verbleiben des jungen Menschen in der Familie muss gewährleistet sein. Auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzeptes werden die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung gefördert und durch das soziale Lernen innerhalb der Gruppe gestärkt. Sie sammeln positive Erfahrungen, lernen andere zu achten und gemeinsam Wege zu erarbeiten. Unter fachlicher Begleitung machen die Kinder und Jugenden förderliche Erfahrungen mit Gleichaltrigen und lernen die gemeinsam Probleme zu lösen. Eine ausgewogene Altersstruktur sollte in der Gruppe vorhanden sein, jedoch nicht unterhalb des Grundschulalters liegen.

Durch die soziale Gruppenarbeit sollen folgende generelle Ziel erreicht werden:

  • Stabilisierung des familiären Umfeldes durch Entlastung der Eltern
  • Erhalt und Entwicklung wichtiger Bezüge außerhalb der Familie
  • Mobilisierung der Ressourcen des jungen Menschen
  • Entfaltung der Persönlichkeit
  • Schulische Integration
  • Abbau geschlechtsspezifischer und ethnischer Benachteiligungen

Unser Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren mit Förderbedarf. Die Aufnahme erfolgt nach einer Bewilligung durch den sozialpädagogischen Dienst. Die Kosten übernimmt das Jugendamt gemäß § 29 SGB VIII. Bei freien Plätzen können neue Kinder jederzeit aufgenommen werden.

Unser Arbeitsansatz

Mädchen und Jungen unterschiedlicher kultureller Herkunft werden unterstützt Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensprobleme zu überwinden. Im Rahmen der sozialen Gruppenarbeit bietet sich ihnen die Möglichkeit soziale Regeln und Normen zu erkennen, Verstöße und deren Folgen zu erleben und ein adäquates Verhaltensweisen hierbei zu entwickeln. Hierzu gehört z. B. die Fähigkeit zum Umgang mit Kritik, die Übernahme von Verantwortung, gegenseitige Rücksichtnahme. Altersspezifische Themen können genauso diskutiert werden wie Interesse im sportlichen und kulturellen Bereich. Den Kindern und Jugendlichen wird auch die Möglichkeit gegeben, das Erlernte in ihren Lebensbereich zu übertragen und in der Gruppe zu reflektieren.

Innerhalb der sozialen Gruppenarbeit bieten wir:

  • Erwerb von sozialer und kultureller Kompetenz
  • Stärkung des Selbstvertrauens
  • Umgang mit Freundschaften
  • Individuelle Unterstützung bei der Bewältigung von Schwierigkeiten
  • Förderung der Selbstverantwortung
  • Entdeckung und Entfaltung der eigenen Fähigkeiten
  • Vermittlung gewaltfreier Konfliktbewältigungsstrategien
  • Anleitung im Umgang mit Regeln und Grenzen
  • Teilhabe an einer aktiven Freizeitgestaltung
  • Vermittlung von positiven Erlebnissen und Erfolgen in der Gruppe
  • Unterstützung der Eltern durch regelmäßige Beratungsgespräche
  • Betreuung in einer kleinen Gruppe (max. acht Kinder)
  • Bei persönlichen Bedarf zusätzliche Einzeltermine
  • Zusammenarbeit mit den Sozialarbeiter*innen, Lehrer*innen und Erzieher*innen der Kinder
  • In besonderen Situationen kann auch ein Eltern- und / oder Schulgespräch geführt werden.

Eingesetzte Methoden

Die Methoden und Inhalte der sozialen Gruppenarbeit orientieren sich an den Interessen und Bedürfnissen der Kinder. Die Termine werden gemeinsam geplant und beinhalten:

  • Gruppengespräche
  • Themenbezogene Rollenspiele und Verhaltensübungen
  • Spielerische und sportliche Aktivitäten
  • Gemeinsame Projekte (wie Stadterkundung, Kochen und Büchervorstellung)
  • Erlebnisorientierte Schwerpunkte in den Schulferien (z. B. gemeinsame Ausflüge und Gruppenreisen)